Debattenschau 28.10.2011

Das Riesenthema der vergangenen Wochen: Kapitalismuskritik im Zuge von Finanzkrise und Occupy Wallstreet. Brauchen wir ein neues Finanzsystem? Fast zu groß zum diskutieren, diese Frage. Deshalb hier ganz klein heruntergebrochen: Welche persönliche moralische Verantwortung tragen Banker? Antworten gibt Richard Painter im University of St. Thomas Law Journal.

Helmpflicht für Radfahrer? Pro und Cons auf SPon.

Sollen alle Bürger verpflichtend darüber Auskunft geben, ob sie ihren Körper nach ihrem Tod für Organspenden zur Verfügung stellen wollen? Faz.net resümiert die Debatte bei Plasberg.

Was ist das Glück: Ist es messbar? Können Menschen beurteilen, wie glücklich sind sind? Aus der wunderbaren Serie “X Gründe..”: 5 Scientific Reasons Your Idea of Happiness is wrong. Auf Cracked.

Die Nation setzt sich mit der Frage auseinander, wie groß der politische Einfluss des neuen Food Movement in den USA einzuschätzen ist. Gern wird die Bewegung der Ernährungsbewussten ja damit kritisiert, dass es sich um ein Initiative einer Wohlstandsgesellschaft handelt – die an den wirklich drängenden globalen Problemen nicht interessiert ist und dieser auch nicht wird lösen können. So zum Beispiel der britische Umweltaktivist Mark Lynas in seinem neuen Buch The God Species: How the Planet Can Survive the Age of Humans oder Armin Grunwald in einem jüngst in Geo erschienenen Beitrag mit dem Titel Der kollektive Selbstbetrug: Warum es ein Irrglaube ist, dass bewusste Konsumenten Nachhaltigkeit erzwingen können.

Frances Moore Lappé hält in The Nation dagegen.  Serviert werden Fallgeschichten, die davon zeugen, wie sich die Umstellung auf nachhaltige Formen der Landwirtschaft unmittelbar auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Erzeugerindustrien auswirkt. Dazu kommt eine generelle Einsicht [DDET weiter …]

[T]he food movement’s power is that it can shift our sense of self: from passive, disconnected consumers in a magical market to active, richly connected co-producers in societies we are creating (…)  Corporatism distances us from one another, from the earth—and even from our own bodies, tricking them to crave that which destroys them—while the food movement celebrates our reconnection.

As the food movement stirs, as well as meets, deep human needs for connection, power and fairness, let’s shed any notion that it’s simply “nice” and seize its true potential to break the spell of our disempowerment.[/DDET]

Ein neuer Bericht von Foodwatch bringt Bewegung in die Debatte über den Zusammenhang von Spekulation & Nahrungsmittelpreisen. Die Zeit berichtet. (Siehe auch: Harald Schumanns Beitrag zum Thema im Tagesspiegel.)

Eine Debatte zur Rentenreform in Deutschland gab es am 2. Oktober bei Jauch. Dabei wurde auch der Vorschlag von Herbert Henzler (Ex McKinsey) und Lothar Späth diskutiert, Zeitkonten-Modelle zu fördern, mit deren Hilfe Best Agers soziale Dienst leisten und und die gesammelten Stunden später, als Pflegebedürftige, selbst in Anspruch nehmen können.

Auf einem jüngst veröffentlichen Thesenpapier hat eine Runde prominenter Wissenschaftler zusammen getragen, “Wie die Wissenschaft Integrität und Qualität sicher kann”. Vorgeschlagen wird unter anderem:

  • Eindämmung der Publikationsflut
  • dauerhafte Grundfinanzierung
  • Forschende müssen ihre Forschungsanträge selbst schreiben

Ist das alles wirklich eine gute Idee? John Horgan nimmt im Scientific American die Verlautbarungen der qualitätsbewussten Kollegen sowie sowie das ebenfalls aus Deutschland stammende das Slow Science”-Manifest kritisch unter die Lupe.