Debattenschau 07.07.2011

In den Zeitungen wird über die Entscheidung des Bundestages für PID diskutiert. Werner Bartens kritisiert in der SZ, dass der Gesetzesentwurf, für den die Abgeordneten gestimmt haben, zu vieles im Ungefähren lässt – vor allem eine Definition für eine “hohe Wahrscheinlichkeit” für eine “schwerwiegende” Erbkrankheit.

Guttenplag & Konsorten: Tanjev Schultze macht, ebenfalls in der SZ, den Vorschlag, in Deutschland die amerikanischen Regeln für die Promotion zu übernehmen und die Arbeiten nicht mehr zu benoten:

Entweder der Doktorand schafft das, [eine überzeugende wissenschaftliche Leistung vorzulegen] – oder er schafft es nicht.

Wir die Bundeswehr auf Dauer ohne Wehrpflicht bestehen können? Deutschlandradio, Wortwechsel, 19:07.

Islamunterricht in deutschen Schulen? Zeit-Online debattiert.

Der Carnegie Council bespricht Debra Satz’ neues Buch “Why Some Things Should Not Be For Sale: The Moral Limits Of Markets”:

Satz’s fundamental argument is a normative one—namely, that markets should serve to promote a „society of equals.“ (…)

“Specifically, markets that, through their operation, reproduce inequalities—for example, markets for female prostitution, which reproduce inequalities between men and women, or for child labor, which reproduce the vulnerability of children—need to be corrected. But it does not follow for Satz (…)  that prostitution or child labor should be banned outright; instead, her focus is on finding ways to strengthen the agency of women and children through a variety of policy instruments (…) “

Kommt mit Wikileaks das Ende des Kapitalismus wie wir ihn kennen? Slavoj Zizek und Julian Assange diskutierten in London. Youtube war dabei.

Die Debatte darüber, ob das Bruttonationaleinkommens (BNE) ein tauglicher Indikator für die Entwicklung des Wohlstandes von Nationen ist, geht weiter. Dirk Philipsen erklärt in The Nation, warum zur Messung ökonomische Entwicklung mehr Bedarf als des Indikators “BNE”:

“[C]ompanies, governments and international bodies must be forced by law to count “profit” and “loss” to include things like waters polluted, oil reserves depleted and communities destroyed. Vital ecosystem services and labor that are currently pushed “outside” market ledgers must be included. Otherwise, we will continue to drive the globe to the edge in blind pursuit of indiscriminate growth.”

Moshe Syrquin verteidigt in einem ICER Working Paper das Bruttoinlandsprodukt gegen seine Kritiker:

Welfare measurement has not been the objective of the GDP accounts especially since the late 1940s when National Accounts became a vehicle for applying Keynesian economics for, primarily, short run stabilization. I also argue that the search for a unique index of welfare, well-being, or happiness is a chimera.”




Debattenschau 05.07.2011

Der Streit um PID: heute im SWR 2-Forum um 17:05 (mit der katholischen Moraltheologien Hille Haker und dem Philosophen Otfried Höfe), in der Studiozeit des Deutschlandfunk (20:10)  – und im Bundestag.

Im politischen Feuilleton (DRdadio) macht sich Jörg Kantel dafür stark, das Internet nicht der Medienindustrie zu überlassen.

In der taz-Debatte: Sollen und können Facebook-Partys verboten werden?

Die Welt meint, “übertriebene Lohnforderungen” der Gewerkschaften würden den Aufschwung gefährden.

George Monbiot diskutiert mit den Lesern des Guardian am Mittwochmorgen um 10 Uhr über nuclear power &

“my reasons for supporting the technology, but not the industry.”

Nicht mehr ganz taufrisch, aber dennoch …: Debatte bei Böll: Der Konflikt zwischen Klimawandel und Demokratisierung. Eine Diskussion mit Peter Burnell, Politikwissenschaftler an der University of Warwick.

Kann die Frage, was (moralisch) gut oder schlecht ist, mit wissenschaftlichen Mitteln beantwortet werden?  Der Neurowissenschaftler Sam Harris meint: ja. Der Scientific American berichtet.

Wohlstand ohne Wachstum ist möglich und unausweichlich, behauptet der britische Ökonom Tim Jackson. Im Interview mit dem European (englische Version).

Elizabeth Gumport spricht sich in n+1 gegen die Institution der Rezension aus.

Hillel Ofek diskutiert in The New Atlantis Gründe für den wissenschaftlichen Niedergang der arabischen Welt. Er wird fündig in der Geistesgeschichte:

[T]he Islamic turn away from scholarship (..) can be traced back to the rise of the anti-philosophical Ash’arism school among Sunni Muslims, who comprise the vast majority of the Muslim world.

Darüber hinaus schließt sich Ofek der Meinung von Toby E. Huff an, der behauptet:

“The rise of modern science is the result of the development of a civilizationally based culture that was uniquely humanistic in the sense that it tolerated, indeed, protected and promoted those heretical and innovative ideas that ran counter to accepted religious and theological teaching. Conversely, one might say that critical elements of the scientific worldview were surreptitiously encoded in the religious and legal presuppositions of the European West.”

 

European scholars argued explicitly that when the Bible contradicts the natural world, the holy book should not be taken literally.




Debattenschau 07.04.2011

Auf Debatepedia: Sollten die USA die Opposition in Lybien mit Waffen ausstatten? (Vorausgegangen: Eine Debatte zum Flugverbot über Lybien.)

Ebenfalls über die Militärinventionen in Lybien diskutiert – eher polemisch – spiked!.

NovoArgumente beschäftigt sich mit der Atompolitik nach Fukushima:

“Die Naturkatastrophe in Japan mit ihren irrationalen Konsequenzen in Deutschland wirft ein grelles Licht auf den Verfall der Rationalität und die angstgesteuerte Verhaltensweise in der politischen Kaste”.

Ins gleich Horn bläst, noch einmal, spiked!: The globalisation of German angst. Zum Thema auch: Burkhard Spinnen im Freitag und Frank Schirrmacher in der FAZ (“Sie nennen es Hysterie”). Eine Antwort darauf in der Welt.

The European widmet sich in aller Ausführlichkeit dem Neuen Wachstumsbegriff: Soll das “Bruttosozialglück” in die Berechnung des Wirtschaftswachstums einbezogen werden?

Bookforum.com hat ein Dossier zum Thema Bildungsreform zusammengestellt (siehe auch hier.)