Debattenschau 09. August 2013

Die Grünen bekräftigen ihre Forderung nach einem Veggie Day in Kantinen.  Auf Telepolis. (Zum Thema auch: „Fleischlos klimafreundlich?“ Ebenfalls auf TP.)

Von Juli 2013 erhalten alle Schwangeren in Deutschland die Möglichkeit einer erweiterten Ultraschall-Untersuchung. Einige Experten halten die neue Kassenleistung für eine „Mogelpackung“. In der FAZ.

Viele Debatten über Jeff Bezos Kauf der Washington Post. Sollte sich die Zeitung ernsthaft Sorgen machen? Auf New Republic.

Sollten Drohnen als Technik der Kriegsführung moralisch geächtet werden? Auf e-International Relations. Ferne: How the advent of autonomous drones will affect our conception of ethics. Auf Politics in Spires.

Eine Online-Petition gegen das eine pauschale Altersvorsorgepflicht für Selbstständige, wie sie Bundesarbeitsministerien von der Leyen plant, ist überraschend erfolgreich. Auf TP.

Für Debatten hat im Juli die Meldung (hier: TP) gesorgt, dass sich die Kosten für künstliche Befruchtung mit einem neuen Verfahren radikalen senken lassen – was wiederum der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik Tür und Tor öffnet.

Tier-Rechte: Sollte es Schimpansen ermöglicht werden, via eines Fürsprechers vor Gericht Klage einzureichen? Im Boston Globe.

PrePex-Nekrotisierungsring: Streit um eine neue Methode der Beschneidung, die billieger sein soll als traditionelle Verfahren und deshalb von Gesundheitsorganisationen zum Einsatz in Entwicklungsländern vorgesehen wird.

Rifat Azam prüft die Realisierbarkeit einer weltweiten E-Commerce-Steuer.

Es ist nicht egoistisch, kinderlos zu bleiben! Auf Time Ideas.

Das TAB hat einen neuen Arbeitsbericht mit dem Titel „Technischer Fortschritt im Gesundheitswesen: Quelle für Kostensteigerungen oder Chance für Kostensenkungen?“ vorgelegt.

Und noch ein TAB-Bericht: „Ökologischer Landbau und Bioenergieerzeugung – Zielkonflikte und Lösungsansätze“.

Hausgeburten sind nach einer neuen Studie aus den Niederlanden für Frauen nicht riskanter, sondern sogar sicherer!

Kurz vor der Bundestagswahl spitzen sich die parteipolitischen Auseinandersetzungen um die Mietpreis-Explosion zu. Auf TP.

Wissenschaftler haben möglicher Weise eine biologische Basis für Homosexualität herausgefunden. Was fürde das für die Schwulenbewegung bedeuten? Auf Slate.

Cass Sunstein hat ein neues Buch vorgelegt: Simpler. The Future of Government.

Szientismus: Steven Pinker verteidigt auf New Republic die Wissenschaft gegen ihre Verächter:

„Science is not your enemy“

Nachhaltigkeit: Stan Cox argumentiert in seinem neuen Buch „Any Way You Slice it“ dafür, den Verbrauch von Nahrung, Wasser, Energie und medizinischen Leistungen zu rationieren.  Alan Honick rezensiert auf PSMag.

Leigh Phillips wirbt auf Jacobin für eine Verstaatlichung der Pharma-Forschung.

Können Meinungsverschiedenheiten in der Forschung dem Erkenntnisfortschritt abträglich sein? Eine Diskussion am Fallbeispiel Climate skepticism.

Wenn es eine Pille gäbe, mit der sich das menschliche Mitgefühl steigern ließe: Sollten wir eine solche Pille nehmen oder vielleicht sogar verschreiben? Das Institute for Ethis & Emerging Technologies berichtet.

Entwicklungshilfe: Noch ein neues Rezept zur Beseitigung der weltweiten Armut:

give workers control of more physical capital, or give them better technology. In practice, this usually means moving workers into cities and adopting production techniques and product designs already established in other countries. The last ingredient is trade, which can bring more capital and ideas into the country

Daniel Altman auf Foreign Policy.

Jason Hickel macht sich auf Aljazeera für einen globalen Mindestlohn stark. Avery Kolers von der Universität Louisville schreibt einen philosophischen Essay darüber, warum Sweatshops – anders als die meisten Ökonomen meinen –  unmoralisch sind. Und Judy Fudge und Guy Mundlag entwerfen ein Konzept für „Workers Rights beyond the Nation State“.

 




Debattenschau 27. Juni 2013

Nach der Späh-Affäre mit Prism: Ist der Datenschutz im Zeitalter digitaler Medien überholt? Nein, sagt Datenschutz-Beauftrager Peter Schaar im tagesthemen-Interview….

Zum gleichen Thema: Alberto Asquer, „The Governance of Big Data: Perspectives and Issues“

Sowie: „Why ‘I Have Nothing to Hide’ Is the Wrong Way to Think About Surveillance“ (Wired)

Und: „Why Should We Even Care If the Government Is Collecting Our Data?“ (The Atlantic)

Und: „The Prism. Privacy in an age of publicity“ (The New Yorker)

Auf Telepolis: Der Physiker Dirk Helbig im Interview über drohende totalitäre Tendenzen und die Macht von Informationsplattformen.

Auf New Republic: Against Our Values—And Bad at Keeping Us Safe The real problem with data mining

Sachverständige lehnen im Bundestag den Gesetzentwurf der Regierung zur Kontrolle der Prostitution ab (25.6.)

Effizienz im Gesundheitswesen: Sollten Patienten mehr von Arzthelfern und Krankenschwestern behandelt werden? Auf NewRepublic.

Emmanuel Saez unterbreitet Vorschläge, wie man ungerechtfertigte Ungleichheit durch Besteuerung beheben könnte.

Ärzte in Deutschland diskutieren weiter über Priorisierung medizinischer Leistungen. Im Ärzteblatt.

Auf Euroscientist: Is Europe ready for citizen participation in science policy? Ein Bericht über die zivilgesellschaftliche Forderungen an die Wissenschafts- und Forschungspolitik, welche von der Initiative Forschungswende vorgebracht werden.

Monsanto vom Europäischen Patentamt hat ein Patent auf Brokkoli aus konventioneller Züchtung erhalten. Das Europäische Parlament und der Bundestag hatten deutliche Kritik an diesen Patenten geäußert. „Keine Patente auf Saatgut!“ protestiert.

Bildung: Warum es bei PISA nicht um Wissen, Bildung oder Verstehen geht. Wolfram Meyerhöfer, Professor für Mathematikdidaktik, auf Telepolis.

In der ersten Ausgabe des neuen Journal of Practical Ethics: Ruth Faden und Madison Powers machen sich Gedanken über Biotechnologie, Gesundheitsversorgung und soziale Gerechtigkeit.

Alan Sokal im logosjournal: What is Science and Why Should We Care?

Hochschulpolitik: Streit um die Vorschläge der HRK zum Umgang mit Plagiatsverdacht.

Welchen Nutzen hätte eine Radhelmpflicht? Auf Scienceblogs. Und auf Telepolis.

Frauen im Beruf: Dichtung und Wahrheit über die „Teilzeitfalle“. Die Welt recherchiert.

Cognitive Enhancement: Matt Lamkin, Stanford Law School, über den Gebrauch Aufputschmittel unter Wissenschaftlern.

Im Ärzteblatt: Das „Nein“ der Mediziner-Lobby zur Bürgerversicherung.

Entwicklungshilfe: Am meisten würde es helfen, den Armen einfach Geld in die Hand zu drücken. Mat Yglesias auf Slate. Andrew Shepherd berichtet in einem Brooks World Poverty Institute Working Paper über „What has happened to the Poorest 50%“. Charles Kenny erklärt im Washington Monthly „Why poor nations arent’t prisoners of their history“. Thom Brooks auf 3:AM „in search of global justice“.

Die DGB-Gewerkschaften streiten über den Tarifvertrag für Leiharbeiter.

Der Streit um die Geisteswissenschaften.

„Both sides are wrong headed“

behauptet Massimo Pigliucci auf aeonmagazine. Im weekly Standard: „Defending the Humanities. Job one is outing scientism.“ Auf The Conversation: „Honing the mind and nurturing the soul: why the humanities are underrated“. Lawyers, Guns & Money entdeckt „The Core Reason for the Humanities Crisis“. Der Los Angeles Review of Books berichtet über einen runden Tisch zu „MOOCS and the Future of the Humanities“.

Das Institut der deutschen Wirtschaft vergleicht die Immobilienpolitik in den Wahlprogrammen von Union, FDP, SPD und Grünen – und bezieht Stellung: „Die Mietpreisbremse ist schädlich!“. Siehe auch das Digest im Handelsblatt.

Zum gleichen Thema: eine öffentliche Anhörung zur Wohnungs- und Immobilienwirtschaft im Bundestag. Gegenstand der Anhörung sind der Bericht der Bundesregierung über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland (17/11200) sowie Anträge der SPD für bezahlbares Wohnen in der sozialen Stadt (17/12485) und der Linksfraktion für einen „Neustart des sozialen Wohnungsbaus“ (17/12481).

Taha Yasseri über The Most Controversial Topics in Wikipedia: A Multilingual and Geographical Analysis.

Der Sachverständigenrat für Umwelfragen hält Fracking in Deutschland für überflüssig. Auf Telepolis.

Kann man Intelligenz messen? Elsbeth Stern und Aljoscha Neubauer verteidigen in ihrem neuen Buch den Intelligenztest gegen seine Kritiker und ziehen daraus streitbare Konsequenzen für die Begabtenförderung.

Homeoffice, pro und contra: Die Zeit bringt in ihrem Teil Chancen vom 6. Juni eine Doppelseite zum Thema mit Illustrationen und Verweisen auf Studien und Meinungsumfragen.

Christoph Boschan bezieht in der Wirtschaftswoche Stellung im Streit um die Finanzmarktteuer:

„belastet private Anleger“.

Pflegepolitik: Als „pflegepolitisches Armutszeugnis“ bezeichnete der Paritätische Wohlfahrtsverband die Absicht des Pflegebeirats der Bundesregierung, im geplanten Abschlussbericht auf konkrete Angaben zu den Kosten einer Pflegereform zu verzichten. Die Begründung: Eine Reform, die aufräume mit der Ungleichbehandlung von geistigen gegenüber körperlichen Einschränkungen, werde mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich kosten. In der taz.

Kleine Anfrage (17/13498) durch die Fraktion Die Linke zur angemessenen Vergütung von Kreativschaffenden.

Neues Futter für die Debatte um Bio-Kraftstoffe: In einer vom Biokraftstoff-Verband in Auftrag gegebenen Studie stellt der Gutachter Matthias Finkbeiner fest: Wenn man indirekte Landnutzungsveränderungen in der Ökobilanzierung mit berücksichtigt, sind Biokraftstoffe besser als ihr Ruf!

Genetische Zufallsbefunde: Wie sollen Ärzte damit umgehen, wenn sie bei der Analyse des Erbgutes unerwartete Entdeckungen machen? Heidelberger Wissenschaftler schlagen eine neue Richtlinie vor. Die FR berichtet.

Die FAZ kritisiert die in den Medien (wie hier im Guardian) vielfach erwähnte neue Studie, nach welcher Brustkrebs-Screening weitgehend ohne medizinischen Nutzen sind.




Debattenschau 14. Oktober

Big Data: In der Welt erklärt Kritsanarat Khunkham warum Facebook mit seinen 900 Millionen Usern zwar ein Paradies für Forscher ist – zugleich aber auch eine Gefahr darstellt. Auf Edge spricht der große Tim O’Reilly über das Versprechen von “open data” für die Wissenschaft. Der LSE-Blog schwärmt in einer Rezension des neuen Buches von Eric Topol von den neuen Möglichkeiten einer “digitalen Medizin”.

Biokunststoffe: In einer aktuellen Stellungnahme erklärt das Umweltbundesamt:

Biologisch abbaubare Kunststoffe für Verpackungen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, haben insgesamt keinen ökologischen Vorteil. Durch den Anbau und die Verarbeitung von Pflanzen für diese Verpackungen versauern Böden und eutrophieren Gewässer stärker als durch die Herstellung herkömmlicher Kunststoffverpackungen. Zudem entstehen höhere Feinstaubemissionen. (…)  Die Ergebnisse sprechen dafür, die
Sonderregelung für solche Verpackungen, wie etwa die Befreiung von der Rücknahmepflicht des Handels, nicht zu verlängern.

Hier der Link zur Studie, die vom UBA in Auftrag gegeben wurde.

Zunehmende Kritik an Offshore-Windparks. Die Tagesschau berichtet.

Im Petitions-Forum des Bundestags: Verbot des “Praena-Tests” zur vorgeburtlichen Diagnose?

Ein neuer Vorschlag zur Bekämpfung der Lohnungleichheit kommt aus Großbritannien:

‚Predistribution‘ is tricky to implement – how about a council of representatives of all a company’s main grades deciding on pay?

Im Guardian.

Anlässlich der Debatte um Steinbrücks Nebeneinkünfte ging das SWR2-Forum der Frage nach: Wie viel Transparenz braucht die Demokratie?

Das Elektroauto: erst distanzieren sich die Automobilhersteller vom E-Mobil. Jetzt soll es auch noch umweltschädlich sein! Der Business-Insider weiß Bescheid.

Wird das Wirtschaftswachstum langfristig zurückgehen? Becker & Posner disktutieren.

Sollte man den “Hochfrequenzhandel” an den Börsen einschränken? fragen die Opinion Pages in der NYT.

Schon etwas länger her: der Deutsche Bundestag streitet sich über eine Vermögensabgabe.

Soziale Ungleichheit ist jetzt auch schädlich für Top-Verdiener. Das Online-Magazin des Greater Good Center an der UC Berkeley erklärt, weshalb.

Warum Sex vor der Ehe geradezu eine Pflicht ist, legt der Guardian in einer scharfsinnigen Analyse dar.

Der Deutsche Kinderschutzbund ist mit dem neuen Gesetzesentwurf zur Beschneidung minderjähriger ohne medizinische Indikation nicht hundertprozentig zufrieden.  Im DRadio.

Impfung für Erwachsene: Zum Start in die Grippeversion noch einmal die Kritik an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission durch die Stiftung Warentest. Im DRadio.




Debattenschau: 5. Juli 2012

Ist die Beschneidung von Kindern und Säuglingen ein Übergriff in deren Selbstbestimmung und sollte deshalb strafbar sein? Nach einer Entscheidung des Kölner Landgerichts zur Beschneidung eines muslimischen Jungen tobt die Debatte. Einer von vielen Beiträgen zum Thema: WeltOnline.

Finance Watch macht sich gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln stark und legt ein Positionspapier vor, welches sich mit MiFID 2 befasst, der Markets in Financial Instruments Directive der EU.

Kommodifizierung, Monetarisierung, Finanzialisierung: Sollten alle Dinge mit einem Preisschild versehen werden?  Dazu: How Markets Crowd out Morals. Ein von Michael J. Sandel kuratiertes Forum im Boston Review. Siehe ebenfalls: “Niemand will der Natur ein Preisschild umhängen”. Ein Interview mit dem Leiter der neuen Studie der Initiative “The Economics of Ecosystems and Biodiversity”, TEEB. Im Magazin der Heinrich Böll Stiftung (01/2012).

Auf TED:  Sollten wir Schulnoten besser abschaffen?

Liebespillen: Practicalethics widmet sich einem in dem Journal Neuroethics erschienenen Artikel mit dem Titel: “Neuroenhancement of Love and Marriage”:

Should you take ecstasy to improve your marriage?

Firedoglake hat mit James K. Galbraith über dessen neues Buch diskutiert: Inequality and Instability. A Study of te World Economy Just Before the Great Crisis.  170 Kommentare.

Sollte der US-Kongress die Forschungsförderung für die Politikwissenschaften drastisch kürzen?  Charles Lane ist dafür – in der Washington Post. Antworten in The Monkey Cage. Von Henry Farell und John Sides. Und von Duncan Watts im HBR Blog Network.

Auf einmal wieder Thema: wie Bonuss und Profitdenken im Bankensektor die Finanzkrise verursacht haben. Auf HBR. Dazu ebenfalls: Neue Vorschläge zur Reform von Banken und Finanzsektor von Desmon Cohen in The Philosopher. Und, auf The Atlantic:

Leverage was not the problem – incentives were, and still are.

Außerdem zum Thema: Rethining Finance. Perspecktives on the Crisis. Ein Dossier der Russel Sage Foundation.




Debattenschau 06. Mai 2012

Anlässlich des Börsengangs von Facebook flammt die Diskussion darüber auf, inwiefern das führende social network aufgrund seiner Marktmacht die Freiheit im Internet bedroht – und welche Alternativen zu Facebook es gibt. Auf Shareable (mehr hier).

Kurz bevor Daniel Bahrs Pflegereform im Bundestag verhandelt werden soll, legt der Deutsche Ethikrat eine Stellungnahme zu Demenz und Selbstbestimmung vor, die den Gesetzesentwurf stark kritisiert.

Sollen Politiker der Fußball-EM in der Ukraine besser fernbleiben? Pro: der CDU-Europaparlamentarier Daniel Caspary. Contra: Ferdinand Muggenthaler von Amnesty International (Deutschlandfunk).

Der Deutsche Tierschutzbund startet die Kampagne “Fühl Dich wie ein Pferd – Tierqual Brandzeichen beenden” löst damit eine Debatte über das Für und Wider des traditionellen Heißbrandzeichens bei Pferden aus. Das Thema wird anlässlich der Novellierung des Tierschutzgesetzes auch im Bundestag diskutiert. Der Weserkurier berichtet.

The New Atlantis bringt ein Special Issue zur Stammzellendebatte. Die Ausgabe wird vollständig ausgefüllt von einem Bericht zum Thema, welchen der neuer Witherspoon Council on Ethics and the Integrity of Science erstellt hat.

In der New York Times geht die Diskussion über Charles Murrays Buch “Coming Apart” weiter, das sich mit politischen Rezepten die zunehmende Spaltung befasst.




Debattenschau 16. April 2012

Einschränkung des Rederechts im Bundestag: Dürfen Fraktionsabweichler und Opposition künftig nach einer Debatte Redezeit vom Parlamentspräsidenten zugewiesen bekommen? Der CDU-Bundestagsabgeordnete droht im Deutschlandfunk mit einer Verfassungsklage – während sein Kollege Thomas Oppermann den Vorschlag verteidigt.

Am 03. April hat das Land Niedersachsen dem umstrittenen Ausbau der Elbfahrrinne zugestimmt. Umweltverbände und Anrainergemeinden drohen mit Klagen. Die SZ (04.04) kommentiert:

„Früher waren die Fronten klar: Profit gegen Naturschutz, Baukräne gegen Amphibien. So einfach ist es nicht mehr.“

Denn: Der Ausbau der Fahrrinne erfolgt Zugunsten des klimafreundlichen Schiffsverkehrs. Und zu Lasten der Landschaft rund um die Elbe.

Der Boston Review veranstaltet ein Forum zu What to Do about Inequality. David B. Grusky vertritt in seinem Lead Essay die Ansicht, dass eine Umverteilung via Besteuerung nicht ausreichen wird:

The institutions that determine compensation are deeply distorted by the visible hand of entrenched and powerful interests. We ought to address this distortion directly through institutional repair.

In einigen US-Magazinen wird darüber gestritten, ob politische Orientierung durch Hirnstrukturen determiniert wird (hier) oder sogar angeboren ist (hier und hier).

Practical Ethics präsentiert

A moral argument against the war on drugs

und diskutiert über die moralischen Verpflichtungen, die aus gemeinsamen Besäufnissen resultieren:

(…) Did you have a duty to walk him home? What about the others in your group? Moreover, might that duty have been a legal one?

Polly Curtis befasst sich im Reality Check des Guardian mit Sexualverbrechern und geht der Frage nach

Should sex offenders be chemically ‘castrated’?

Nicholas Taleb und George A. Martin unterbreiten in einem gerade neu erscheinenden Zeitschriftenaufsatz Vorschläge zur Verhinderung zukünftiger Finanzkrisen.

Jeffrey Miron liefert auf The Atlas Society’s Business Right Center eine ökonomische Verteidigung des (illegalen) Insider Trading.

Social Business oder “People  before profits”

is a perverse idea that ignores the very mechanism by which people are helped

behauptet Richard Epstein. Bei Hoover.

 

 

 

 

 

 

 




Debattenschau 24.01.2012

Der Arbeitskreis CSR-Kommunikation der Deutschen Gesellschaft für Public Relations hat (bereits im Dezember) darüber diskutiert, ob Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtend sein sollte.

In der politischen Diskussion: Sanktionen gegen den Iran – bis hin zur Option eines israelischen Luftschlags gegen iranische Nuklearanlagen. Die FR berichtet.

Dürfen Wissenschaftler zu Forschungszwecken extrem gefährliche Varianten des Grippevirus  H5N1 züchten? Hochsicherheitslabore aus aller Welt haben sich auf ein 60tätiges Moratorium geeinigt.

Bei Plasberg: Billige Mode – wer muss dafür bezahlen? Kann Kleidung zugleich billig und fair sein?

Gesundheit: Das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung, wie wir es in Deutschland haben, ist international ein Ausnahmefall. Ist das System ungerecht und ineffizient? Die SZ (14./15.01.12) diskutiert das Pro und Contra.

Außerdem in der Diskussion: Würde eine akademische Ausbildung für Pflegekräfte das Berufsfeld aufwerten und attraktiver machen – und somit dem Pflegekräftemangel entgegen wirken? (SZ 24.01.)

In den USA wurde der Stop Online Piracy Act (SOPA) diskutiert. Irights berichtet.

Elizabeth Abbot rollt auf Arts & Opinion The Case For Polygamy auf.

James Surowiecki resümiert in seiner Kolumne im New Yorker die Bemühungen um eine Finanzreform.

Was ist die wahre Gefahr von genetisch veränderten Lebensmitteln? Emily Willingham kritisiert auf Slate Ari LeVauxs auf The Atlantic erschienen Beitrag.

Triple Down Effekt: Die Hoffnung, das wachsender Wohlstand und steigende Einkommen an der Spitze der Gesellschaft auf lange Sicht auch zu den unteren Schichten durchsickern, hat sich nicht bewahrheitet. Ein Gutachten von Oxfam resümiert.

Vorschläge für ein revolutionäres neues Bankensystem unterbreitet Carne Ross auf The Nation. 820 Leser diskutieren das Für und Wider.

Brauchen wir noch Privacy? Eric Posner rezensiert Anita Allens neues Buch “Unpopular Privacy: What Must We Hide“?”. Und kommt zu dem Schluss:

“We should praise rather than condemn those young people who lead the way by insouciantly uploading their private lives to the web.”




Debattenschau vom 05. September 2011

Brian Brown macht sich in The New Atlantis Gedanken über die Krise des Prinzips zentralistischer Steuerung von Organisationen und die neue Begeisterung für Lokalpolitik.  Am Ende schlägt er recht unverblümt vor, dass die konservativen Parteien sich des neuen Localismus bemächtigen sollten – schließlich sei die Kritik von staatlicher Steuerung und rationaler Planung Teil ihrer Philosophie. Zum gleichen Thema: Angelika Vetter: Lokale Politik als Rettungsanker der Demokratie? In APuz.

The European diskutiert Staatsschulden und Euro-Bonds.

James Surowiecki vertritt in Technology Review die Meinung, dass die virtuelle Währung Bitcoin Opfer von Spekulanten wird – sich aber als Alternativ-Währung behaupten könnte, wenn es ihr gelänge, dieses Problem zu umschiffen.

Welche Bedeutung hat haben Hirnforschung und Neuro-Imaging für Ethik und Recht? Hans Markowitsch und Reinhard Merkel erörtern in Max Planck Forschung, in welchem Maß neue Erkenntnisse der Hirnforschung in rechtliche Verfahren Eingang finden sollten. Zum gleichen Thema, wenngleich etwas spezifischer: Ein Aufsatz von Amanda Pustilnik im Cornell Law Review: Pain as Fact and Heuristic. How Pain Neuroimaging Illuminates Moral Dimensions of Law.

Die Monogamie-Debatte geht weiter. Auf Salon erklärt ein Evolutionsbiologe warum Monogamie ein Faktor sein könnte, auf den es ankommt.  In einem weiteren Beitrag auf der Seite legt ein Psychologe dar, warum Polygamie “romantische Exklusivität” gefährden könnte.

Richard Posner und Gary Becker diskutieren in ihrem Blog über Warren Buffets Vorschlag von mehr Steuern für Reiche.

 

und schlägt




Debattenschau 17. August 2011

In vollem Gange: Die Diskussion über die Eurobonds. Zum Beispiel im Freitag und in auf Zeit Online.

Der Streit um das Kopftuch und sein Verbot kommt nun vor das Bundesverfassunggericht. Zeit Online diskutiert.

Der European zettelt eine Debatte über die Risiken des auch in Deutschland geplanten Fracking an: die Gewinnung durch Erdgas durch Pressemethoden, bei denen Wasser und Chemie zum Einsatz kommen.

Gary Becker und Richard Posner bloggen über die Rationalität der VandalenThe English Riots. –  Jacopo Ponticelli und Hans-Joachim Voth finden im Guardian eine Verbindung zwischen den Unruhen und den jüngsten Haushaltskürzungen in England. – Antonio Casilli und Paoloa Tubaro zeigen in einem Working Paper

“Why Net Censorship in Times of Political Unrest Results in More Violent Uprisings: A Social Simulation Experiment on the UK Riots”

Ist die Globalisierung doch schuld daran, dass die Industrienationen die Entwicklungsländer in wirtschaftlicher Hinsicht abgehängt haben? Der Wirtschaftshistoriker Jeffrey Williamson argumentiert in seinem neuen Buch “Trade and Poverty: When the Third World Fell Behind”, dass die Ausweitung des Welthandels zu Beginn der Industrialisierung zu einer De-Industrialisierung im Süden führte.  Tirthankar Roy (LSE) fasst zusammen:

“Deindustrialization is the main moral of the story, and it is necessary to discuss the idea fully. The terms of trade boom had comparable effects upon the Atlantic economy and the rest of the world. In both cases, there was specialization and economic growth. The tropics experienced a better utilization of idle land and mining capacity, and could buy manufactured goods in increasing quantity and increasingly better quality over time for an unchanging bundle of primary products. But then, industrialization entailed greater prospects of endogenous growth, human capital accumulation, and increasing returns to scale; land-intensive growth faced diminishing returns. The tropics were deprived of the spill-over benefits of industrialization. [DDET (weiter …)] Furthermore, the tropics experienced a decimation of its own artisan manufactures. There was “Dutch disease” or a shift of resources away from other sectors towards exportable goods, and more exposure of the export economies to commodity price fluctuations. These effects could reduce the gains from trade for the commodity exporters compared with the gains that accrued to the manufactured goods exporters. This is how trade led to more inequality.” [/DDET]

Foreign Policy macht sich Gedanken über die kommende Food Crisis.




Debattenschau 27.07.2011

Juliet Schor mach auf economics and society einen charmantenVorschlag, wie der wachsenden Staatsverschuldung und den Bankenkrisen in den westlichen Ländern begegnet werden könnte: Weniger arbeiten!

So what’s the alternative to slashing government programs, budget cutting, and more concentrated wealth at the top? The centerpiece of a new approach is to re-structure the labor market by reducing hours of work.

Die Maßnahme soll drei Wirkungen hervorbringen:

1. Senkung der Arbeitslosigkeit. Das, so Schor, hat auch in der Vergangenheit durch eine Reduktion der Arbeitszeit prima funktioniert. [DDET weiterlesen…]

Without the advances of a shorter workweek, vacation time, earlier retirement and later labor force entrance, the economies of the OECD would never have attained the “golden age” of high employment that prevailed after the1930s depression. Between 1870 and 1970, hours of work fell roughly in half. These countries have re-balanced the labor market by re-distributing work to make its allocation fairer. We need shorter hours because it is unrealistic to count on growth in GDP to absorb all this current and future “surplus” labor. Rich countries just never grow that rapidly. So the austerity economics that says work longer and retire later has it exactly wrong.[/DDET]

2. Senkung der Kohlendioxid-Emissionen [DDET (weiterlesen…)]

But even if GDP growth could solve the unemployment problem, it shouldn’t, because the cost in GHG emissions is prohibitive. North America and Europe have already blown their carbon budgets and until we re-structure energy systems, growth isn’t reconcilable with responsible emissions levels. Here too shorter hours of work provide a dividend. They are associated with lower ecological and carbon footprints. Countries that work more pollute more. That both because their scale of production is larger (the GDP effect) and because time-stressed households and societies do things in more carbon intensive ways than societies in which time is more abundant. Longer hours of work lead people to travel, eat, and live faster-paced lives, which in turn require more energy.[/DDET]

3. Mehr Zeit! [DDET weiterlesen…]

As a growing movement of “downshifters” attests, short hour lifestyles allow people to build stronger social connections, maintain their physical and mental health, and engage in activities that are creative and meaningful. Time is especially valuable in rich countries where material needs can be met for everyone, and deprivation is caused by mal-distribution of income and wealth.[/DDET]

Liegen die Grünen völlig daneben? Weniger Selbstbeschränkung, mehr technologische Innovation! Vielleicht auch Atomkraft. Mark Lynas wird in seinem neuen Buch “The God Species” seinen alten Öko-Idealen abtrünnig. Ben Pile rezensiert auf spiked!

Im Forum auf Spiegel Online: Gehört die Zukunft dem Elektroauto? Kann Europa die Euro-Krise stoppen?

Weniger Geld für die Behandlung von Alten? Ein Einführungs-Aufsatz zu Fragen der Rationierung im Gesundheitswesen von Edward Larson. Erscheint im Whittier Law Review.

Neu auf Debatepedia:

Does Pornography play a constructive role in sex?

James Surowiecki macht sich im New Yorker dafür stark, die in die US-Verfassung eingebaut Schuldenbremse, über deren Erhöhung derzeit so viel geredet wird, gänzlich aufzugeben.

Arbeitslosigkeit (trotz Wirtschaftswachstum) in den USA. Joshua Holland erklärt auf AlterNet wie die Superreichen Arbeitsplätze vernichten: Dadurch, dass so viel Geld sich in der Hand so weniger Menschen konzentriert, sinkt der der Konsum!

Consumer demand accounts for around 70 percent of our economic output. And with so much wealth having been redistributed upward through a 40-year class-war from above, American consumers are too tapped out to spend as they once did.

Gary Becker erklärt dagegen auf Hoover Digest, warum soziale Ungleichheit vorteilhaft sein kann – indem sie Leute anspornt, stärker zu arbeiten, besser bezahlt zu werden und einen höheren Lebensstandard zu erreichen.