Debattenschau 16. April 2012

Einschränkung des Rederechts im Bundestag: Dürfen Fraktionsabweichler und Opposition künftig nach einer Debatte Redezeit vom Parlamentspräsidenten zugewiesen bekommen? Der CDU-Bundestagsabgeordnete droht im Deutschlandfunk mit einer Verfassungsklage – während sein Kollege Thomas Oppermann den Vorschlag verteidigt.

Am 03. April hat das Land Niedersachsen dem umstrittenen Ausbau der Elbfahrrinne zugestimmt. Umweltverbände und Anrainergemeinden drohen mit Klagen. Die SZ (04.04) kommentiert:

„Früher waren die Fronten klar: Profit gegen Naturschutz, Baukräne gegen Amphibien. So einfach ist es nicht mehr.“

Denn: Der Ausbau der Fahrrinne erfolgt Zugunsten des klimafreundlichen Schiffsverkehrs. Und zu Lasten der Landschaft rund um die Elbe.

Der Boston Review veranstaltet ein Forum zu What to Do about Inequality. David B. Grusky vertritt in seinem Lead Essay die Ansicht, dass eine Umverteilung via Besteuerung nicht ausreichen wird:

The institutions that determine compensation are deeply distorted by the visible hand of entrenched and powerful interests. We ought to address this distortion directly through institutional repair.

In einigen US-Magazinen wird darüber gestritten, ob politische Orientierung durch Hirnstrukturen determiniert wird (hier) oder sogar angeboren ist (hier und hier).

Practical Ethics präsentiert

A moral argument against the war on drugs

und diskutiert über die moralischen Verpflichtungen, die aus gemeinsamen Besäufnissen resultieren:

(…) Did you have a duty to walk him home? What about the others in your group? Moreover, might that duty have been a legal one?

Polly Curtis befasst sich im Reality Check des Guardian mit Sexualverbrechern und geht der Frage nach

Should sex offenders be chemically ‘castrated’?

Nicholas Taleb und George A. Martin unterbreiten in einem gerade neu erscheinenden Zeitschriftenaufsatz Vorschläge zur Verhinderung zukünftiger Finanzkrisen.

Jeffrey Miron liefert auf The Atlas Society’s Business Right Center eine ökonomische Verteidigung des (illegalen) Insider Trading.

Social Business oder “People  before profits”

is a perverse idea that ignores the very mechanism by which people are helped

behauptet Richard Epstein. Bei Hoover.

 

 

 

 

 

 

 




Debattenschau vom 05. September 2011

Brian Brown macht sich in The New Atlantis Gedanken über die Krise des Prinzips zentralistischer Steuerung von Organisationen und die neue Begeisterung für Lokalpolitik.  Am Ende schlägt er recht unverblümt vor, dass die konservativen Parteien sich des neuen Localismus bemächtigen sollten – schließlich sei die Kritik von staatlicher Steuerung und rationaler Planung Teil ihrer Philosophie. Zum gleichen Thema: Angelika Vetter: Lokale Politik als Rettungsanker der Demokratie? In APuz.

The European diskutiert Staatsschulden und Euro-Bonds.

James Surowiecki vertritt in Technology Review die Meinung, dass die virtuelle Währung Bitcoin Opfer von Spekulanten wird – sich aber als Alternativ-Währung behaupten könnte, wenn es ihr gelänge, dieses Problem zu umschiffen.

Welche Bedeutung hat haben Hirnforschung und Neuro-Imaging für Ethik und Recht? Hans Markowitsch und Reinhard Merkel erörtern in Max Planck Forschung, in welchem Maß neue Erkenntnisse der Hirnforschung in rechtliche Verfahren Eingang finden sollten. Zum gleichen Thema, wenngleich etwas spezifischer: Ein Aufsatz von Amanda Pustilnik im Cornell Law Review: Pain as Fact and Heuristic. How Pain Neuroimaging Illuminates Moral Dimensions of Law.

Die Monogamie-Debatte geht weiter. Auf Salon erklärt ein Evolutionsbiologe warum Monogamie ein Faktor sein könnte, auf den es ankommt.  In einem weiteren Beitrag auf der Seite legt ein Psychologe dar, warum Polygamie “romantische Exklusivität” gefährden könnte.

Richard Posner und Gary Becker diskutieren in ihrem Blog über Warren Buffets Vorschlag von mehr Steuern für Reiche.

 

und schlägt