Debattenschau 15.07.2011

Immer wieder Griechenland. Die SZ (Meinung) setzt sich für einen Schuldenerlasse ein (14.7) – der soll aber lieber morgen als heute kommen. Erst muss

Italiens Sparhaushalt (…) stehen, Portugals Sparpaket muss wirken, Irlands Wirtschaft muss wachsen. All dies wird man in vielleicht einem halben Jahr beurteilen können. Dann ist die Gefahr geringer, ein Großfeuer zu entfachen.  (…) Es geht (…) um Zeitgewinn (…) ehe die große Operation Schuldenschnitt tatsächlich kommen wird.

Peter Bofinger (ebenfalls SZ, 15.07.) hat noch eine andere Idee: Langfristig soll Europa, was Schulden anbetrifft, gemeinsame Kasse machen – mit Euro-Bonds. So könnten einzelne Länder nicht mehr in die Enge getrieben werden.

Studiengebühren werden wieder abgeschafft: in Baden-Württemberg, Hamburg und NRW. Auch Bayern will die Zweckmäßigkeit der Gebühren überprüfen. Die Debatte ist wieder eröffnet. “ojo” kommentiert auf Meinungsseite der SZ (15.7.):

“[D]er Einwand, dass Studenten sich schon deshalb an den Kosten ihrer Ausbildung beteiligen sollen, weil sie später gut verdienen (…) ist Unsinn. (…) Von den Absolventen profitiert letztlich die gesamte Gesellschaft.”

Es ist eine zentrale Aufgabe des Sind mit den Studiengebühren in der Vergangenheit oft nur Etatlücken im allgemeinen Haushalt geschlossen worden.

Hat die Exzellenzinitiative in Deutschland irgend etwas gebracht? The European bilanziert.

Gerade im Zeitalter von Google, ist das Hochschulstudium wichtiger als je zuvor: Weil man nur hier lernt, wie man so forscht und recherchiert, dass hinterher auch die Wahrheit dabei rauskommt. Behauptet John Swallow in The Chronicle Review. (Viele Proteste in den Kommentaren.)

“Tech” und “Cheat” – zwei fiktive Charaktere – diskutieren auf The New Inquiry darüber, ob es okay ist, als Plagiator zu arbeiten.

Die Welt wieder: „

Man sollte es der Politik verbieten, sic hin Bereiche einzumischen, die gut funktionieren. Google und Facebook zum Beispiel…

Auf cracked.com:

6 Pro-Gay Marriage Arguments for Fighting With Crazy People.

Im Comic-Stil. Einschränkend sei auch verwiesen auf einen weiteren Beitrag auf cracked.com:

3 Things Gay People Are Going to Hate About Gay Marriage.

Ein weiteres Kulturkamp-Thema: Technologie macht uns  nicht zu Couch Potatoes und vergesslichen Idioten, sondern zu besseren Menschen! warum, erklärt Keith Hampton im  Smithsonianmag.

Steht ein neuer Crash an den Börsen bevor? Der Fonds Manager Bob Rodriguez meint: ja. Auf CNN Money. Die letzten beiden Crashs hatte er übrigens korrekt vorhergesagt. (Aber ist das ein Grund dafür, weshalb er auch diesmal Recht behalten sollte?)




Debattenschau 24.06.2011

Im Deutschlandradio heute abend um 19:07: Ist Griechenland noch zu retten?  ‘Eine Diskussion mit Donata Riedel, finanzpolitische Korrespondentin, Handelsblatt; Christian Dreger, Professor für Makroökonomie, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW); Jens Bastian, Wirtschaftswissenschaftler, Athener Forschungsinstitut Eliamep.

Für weiteres Engagement der Nato in Libyen: David Owen im Blog des Guardian.

Meinungsfreiheit und ihre Grenzen:  Zeit-Online-Leser diskutieren den Freispruch für den niederländischen Rechtspolitiker und Islamgegner Geert Wilders. Siehe dazu auch: die Welt.

David Larcker und Brian Tayan, Stanford University, haben die Wahrheit über die Sieben Mythen der Corporate Governance herausgefunden. Die sieben Mythen lauten:

1. The structureof the board always tells you something about the qualityof the board
2. CEOs in the U.S. are overpaid
3. Pay for performance does not exist in CEOcompensation contracts
4. Companies are prepared to replace the CEO if needed
5. Regulation improvescorporate governance
6. The voting recommendationsof proxy advisory firms are correct
7. Best practices are the solution to badgovernance

Hier der Link zum paper.

Maria Konnikova stellt auf big think die Weisheit der Vielen in Frage.




Debattenschau 27.06.2011

Immer noch in der Diskussion: die Steuersenkungen. Zum Beispiel im Deutschlandfunk (10:10).

Die CDU diskutiert die Abschaffung der Hauptschule. (Radiofeuilleton, Deutschlandradio).

Bei Anne Will: Griechenland! Werden die Reichen und die Banken verschont? Ist es richtig, dass in Deutschland die Steuerzahler bürgen, wenn die Kredite platzen?

Whimsley” über What is Wrong with Goverment 2.0 – und was man besser machen könnte. (Fortsetzung: What Eles Is Wrong With Government 2.0.)

Daniel D. Moseley, University of North Carolina, präsentiert ein neues Argument für das Grundeinkommen: “A Lockean Argument for Basic Income”.

Klimawandel und Wissenschaftskommunikation: Würde eine bessere naturwissenschaftliche Allgemeinbildung (“scientific literacy”) helfen, die nötige politische Unterstützung für eine angemessene Klimapolitik zu generieren? Ein neues Paper von Dan M. Kahan, Paul Slovic und anderen zeigt: Es mangelt nicht an Bildung. Das Problem ist vielmehr die selektive Wahrnehmung – und der Unfähigkeit, sich politisch auf solche Maßnahmen zu einigen, die nach wissenschaftlicher Kenntnis wohl am besten wären.

Werden Pharmakonzerne ihrer menschenrechtlichen Verantwortung gerecht? fragen Sofia Gruskin und Zyde Raad (Harvard University).




Debattenschau 23.06.2011

Im Politischen Feuilleton im Deutschlandradio: Wie soll der Streit über den Militäreinsatz in Libyen geführt werden? Sollen wir darüber diskutieren, ob Krieg als letztes Mittel der Auseinandersetzung legitim oder ist er – wie Pazifisten meinen – in jedem Fall abzulehnen ist? Reinhard Mohr meint: Radikalpazifistische Positionen

“wie die von Margot Käßmann helfen bei konkreten Konflikten nicht weiter”.

Soll die EU den Stromverbrauch privater Haushalte mit stärkeren Auflagen belegen? Daniel Wetzel meint: Nein. Denn:

“Private Haushalte sind nur für ein Viertel des Stromverbrauchs verantwortlich.”

In der Welt.

Der Bundestag wird auf Antrag der Linken eineinhalb Stunden über eine neue Bankenabgabe diskutieren sowie, auf Antrag von CDU/CSU und FDP, über die Effektive Regulierung der Finanzmärkte.

Der Streit um die von der FDP vorgeschlagenen Steuersenkungen geht weiter. Zum Beispiel auf Zeit-Online.

Rudolf Hickel gegen den vorgeschlagenen “freiwilligen Gläubigerverzicht”, um den griechischen Staatsbankrott aufzuhalten. Im Freitag.

“Jobless recovery”: Die Gewinnzuwächse bei den Unternehmen basieren auf gesteigerter Arbeitsintensität. Anstatt zusätzliche Kräfte einzustellen, müssen die Angestellten in den USA stärker ran, behaupten Monika Bauerlein und Clara Jeffery in Mother Jones.

Führen Vegetarier ein ökologisch verantwortlicheres Leben? Lierre Keith attackiert in ihrem Buch “The Vegetarian Myth” die moralischen Argumente für den Fleischverzicht. Abbey Volcany fasst die Thesen zusammen antwortet auf Infoshop News.

Christian Barry diskutiert in einem Beitrag in Global Justice Theory Practice Rhetoric Immigration und Globale Gerechtigkeit.




Debattenschau 17.06.2011

In den Nachrichten: das Pro und Con zur Beteiligung privater Gläubiger bei der Rettung Griechenlands. Cerstin Gammelin kommentiert in der SZ (Printausgabe):

“Wenn … die privaten Gläubiger selbst bis zu 35 Milliarden Euro zahlen sollen, stehen die griechischen Banken, die selbst viele Staatspapiere halten, vor der Pleite. Das würde unweigerliche die Geldinstitute in Zypern und auf dem Balkan gefährden. Um einen Dominoeffekt zu verhindern, müssten zusätzliche Milliarden Euro zur Rettung der Banken her.”

Siehe auch: mehr als 235 Kommentare zu Griechenland und der Euro-Rettung in der Zeit.

Woher wird das zukünftige Wirtschaftswachstum kommen? Ein Interview mit dem US-Wirtschaftsforscher und Nobelpreisträger Michael Spence. Und Kommentare. (Kurzbeschreibung der Thesen, die Spence in seinem aktuellen Buch darlegt, auf Amazon.)

Die Welt macht sich stark für die Beendigung der Solarsubventionen in Deutschland.

Spiked! stellt anlässlich einer vom Guinness-Hersteller finanzierten Kampagne gegen den Alkoholkonsum währen der Schwangerschaft in Frage, dass der Rat zur Abstinenz wirklich auf solider Evidenz beruht.