Debattenschau 15. August 2012

Der Fall der mit einem NPD-Funktionär liierten Olympia-Ruderin Najda Drygalla: Ist die Nähe zu Extremisten Privatsache? Im SWR2-Forum.

Steht das Ende des Ölzeitalters womöglich doch nicht bevor?

We were wrong about peak oil: there’s enough in the ground to deep-fry the planet.

behauptet George Monbiot im Guardian.

Embryonenethik: die Debatte über ethischen Status und moralische Pflichten gegenüber Ungeborenen geht weiter. Why Embryos Are Identical to Future Persons but Not Harmed by Death erklärt Aaron Simmon  im Journal of Bioethical Inquiry. Michael Hauskeller verteidt die These, dass Embryonen Menschenwürde zukommt. Während zwei italienische Philosophen dafür argumentieren, dass es unter gewissen Umständen legitim ist, auch Neugeborene zu töten. Jörg Friedrich berichtet.

Welche Folgen hat die Privatisierung von Krankenhäusern? Ein Streitgespräch  im SWR2-Forum.

Eine City-Maut in deutschen Städten? Baden-Württemberg diskutiert. Im Journal am Vormittag (Deutschlandfunk). Ebenfalls in der Diskussion: das Gesetz zur Neuregelung mautrechtlicher Vorschriften für Bundesfernstraßen (BFStrM). Sollen eine LKW-Maut nur für solche Bundesstraßen in Frage kommen, die unmittelbar zur Autobahn fahren? Und: ist ein Mercedes-“Sprinter” ein LKW? Die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Was ist eigentlich Privacy (informationelle Privatheit)? Mit der Definition einher geht die Frage, welcher Bereich genau vor den Datenkraken geschützt werden soll. Garret Keizer bringt einen neuen Definitionsvorschlag in die seit vielen Jahren ausgetragene Debatte ein:

I would ground privacy in a creaturely resistance to being used against one’s will. (…) [I]t does not matter how one is used—and in fact, the more intangible the use (as an entertainment for the curious, as a taste of revenge for the envious, as a shortcut in examination protocols for the busily overbooked doctor or nurse), the more likely one is to regard it as a breach of privacy, as opposed to the rougher uses of theft and assault. Second, it does not matter if the exploited person is aware of being used, though it certainly hurts more if she is.

Mal angenommen, es gäbe die technologischen Möglichkeiten, um Verbrechen oder kriminelles Verhalten im kleineren Maßstab zu verhindern – zum Beispiel mit Hilfe eines im Auto installierten Systems, welches den Grad der Alkoholisiertheit das Fahrers misst und, wenn die Wert zu hoch sind, die Zündung verweigert. Wäre es die Aufgabe einer demokratischen Regierung, solche Systeme zum Einsatz zu bringen? Soll sie? Darf sie? Michael Rich erörtert die Frage im Harvard Journal of Law and Public Policy.

Hat es etwas mit dem Geschäftsmodell zu tun, dass Banker moralisch korrupt sind? Gary Becker und Richard Posner diskutieren…:

“Such a business model attracts people who have a taste for risk and attach a very high utility to money. The complexity of modern finance, the greed and gullibility of individual financial consumers, and the difficulty that so many ordinary people have in understanding credit facilitate financial fraud (…) These circumstances make an unregulated banking industry a Darwinian jungle, with bankers as predators and their customers (and each other) as prey…

Richard Epstein bezieht auf Hoover Stellung gegen die Einführung eines Mindestlohns in den USA.

Auf TED-Conversation: What are the arguments for an against philosophy in high school?

Am 13. August trat die neue EU Elektroschrott-Richtlinie in Kraft. Bis 2014 den Staaten Zeit, ihre Regeln an die neuen Standards anzupassen. Zur Debatte stehen Maßnahmen wie das “Handy-Pfand” und  Rücknahmepflichten für Händler. (Siehe auch: Beitrag im Deutschlandfunk.)