Debattenschau 28.03.2011

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Die WZB-Nachrichten März 2011 sind dem Thema Bürgerpartizipation gewidmet.

Dieter Rucht resümiert die Debatte um direkte Demokratie. Dabei kommt er zu dem Schluss:

Die Debatte um die Vor- und Nachteile direkter Demokratie ist auf argumentativem Wege schwer entscheidbar. ( …)  Also wird über die Möglichkeiten direkter Demokratie auf konventionellem Wege entschieden: durch die Mehrheit der gewählten Repräsentanten”. Jene wiederum würden Bevölkerungsentscheidungen misstrauen und fürchteten auch die Entmachtung der Parlamentarier, die mit Volksentscheiden einhergeht. Ruchts Vorschlag: Mehr Experimente!

Wolfang Merkel hebt dagegen in seinem Beitrag zum gleichen Thema hervor, dass Volksentscheide immer auch soziale Exklusion mit sich bringen. Somit würde durch direkte Demokratie

“den besitzstandswahrenden Abwehrreflexen der wirtschaftlich und sozial Begünstigten unserer Gesellschaften (…) eine zusätzliche Arena zur Privilegiensicherung eingerichtet werden”.

Außerdem im Heft:

  • John Keane über die Eignung von Persönlichkeiten öffentlichen Lebens in der Rolle als Mittler  und Regierungskritiker.
  • Jeanette Hofmann über die Rolle der zivilgesellschaftlichen Akteure auf dem Weltgipfel zur Informationsgesellschaft und beim International Governance Forum.
  • Methodengeschichte: Ein Rückblick auf WBZ-Forschungsarbeiten über diskursive Konfliktlösung.
  • Eine Untersuchung darüber, inwiefern das Ausmaß von Bürgerengagement abhängt von der Finanzautonomie der Kommunen