Debattenschau 31.05.2013

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Die Zusammenführung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung in einer  Bürgerversicherung: nach Auskunft des Ärztetages ein „Turbolader für Zwei-Klassen-Medizin“! (Hintergrund: Bereits Am 13.  Mai machte eine Studie die Runde, nach welcher die Bürgerversicherung vor allem auch mittlere Einkommen belasten würde. Focus, S. 36-37).

Am 10. Juni in der BBAW: Grüne Gechtechnologie: Trends und Kontroversen. Eine Debatten-Veranstaltung zur Veröffentlichung der dritten Auflage der BBAW-Publikation „Grüne Gentechnologie.
Aktuelle wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen“.

Dean Burnett befasst sich in seinem Blog im Guardian damit, ob die von Kritikern aufgeführten Gründe gegen die Legalisierung der Schwulenehe wissenschaftlicher Untersuchung standhalten („It is ‚unnatural‘. It will lead to more questionable unions becoming more common.  It will undermine existing marriages. Same-sex marriage could hinder scientific progress. Same sex marriage is TOO natural.“)

Maischberger: Mehr Steuern für Reiche?

Auf faz.net: „Ungeprüfte Kunsthüften, Brustimplantate mit Billig-Silikon: Die Kritik an laxen Zulassungsregelungen für Medizinprodukte in der Chirurgie reißt nicht ab. Echte Innovationen sind selten“.

Großes Thema beim Evangelischen Kirchentag: Ethische Verantwortung in der Wirtschaft. Zum gleichen Thema: Can economics be ethical? Im Prospect Blog.

In einer Anhörung im Bundestags-Rechtsausschuss geht es am 14. Mai um Softwarepatente:

„Computerprogramme sind eine Abfolge von Algorithmen, Algorithmen aber sind Mathematik und Mathematik ist nicht patentierbar.“

So begründete Rechtsprofessor Jürgen Ensthaler von der Technischen Universität Berlin als Sachverständiger in der öffentlichen Anhörung des Rechtsausschusses zu dem Antrag „Patentierung von Computerprogrammen effektiv begrenzen“ (17/13086), warum er diesen Antrag im Grundsatz befürwortet. Darin fordern die Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen die Bundesregierung auf, auf nationaler Ebene sicherzustellen und auf europäischer Ebene dafür einzutreten, dass der Schutz von Computerprogrammen in der Regel nur über das Urheberrecht erfolgt.

Darf man, moralisch betrachtet, in einer Welt voller Leiden selbst glücklich sein? Auf SayNoToLife.

Baden-Württemberg hat einen Entwurf für ein Anti-Doping Gesetz im Bundesrat eingebracht.

Ist die Ausrottung extremer Armut scheint am Ende doch machbar: Weltbank-Präsident Jim Yong Kim peilt das Jahr 2030 an. Nur ein überzogene Idee?

Energiepolitik: Was wäre, wenn uns fossile Rohstoffe am Ende doch nicht ausgehen würden?  Auf The Atlantic.

Automatisierung: Keine Befreiung von der Arbeit, sondern ein Weg in die Knechtschaft des Kapitalismus. Auf Jacobinmag.

Der Economist rezensiert zwei von Biologen verfassten  Sachbücher, die sich für den Atheismus stark machen.

Eliezer Yudkowsky: Werden wir, dank künstlicher Intelligenz, bald eine Explosion der Intelligenz erleben? Welche Rendite könnte man erzielen, wenn man heute auf ein solches Ereignis spekuliert? Große Debatte („The dedicated mailing list will be small and restricted to technical discussants“)  auf Less Wrong.

Können Freiwillige den Pflegemangel lindern? F.A.Z. vom 07.05 (S. 11).  Hintergrund: Alleine in Deutschland gibt es derzeit über zwei Millionen pflegebedürftige Menschen. Weil die Menschen in Deutschland zukünftig länger leben werden, rechnen Experten bis zum Jahre 2050 mit einer Verdopplung der Pflegebedürftigen. Die Allianz-Versicherung fordert in einer Pressemitteilung deshalb:

„Die heutigen Gesellschaften müssen die Familien entlasten und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermöglichen. Dazu gehören nicht nur flexible Arbeitszeiten, sondern auch die Möglichkeit, eine berufliche Auszeit zu nehmen. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind an die Erfordernisse anzupassen: Finanzielle Vorsorge ermöglichen und gleichzeitig neue Vorsorgemodelle einführen. Beides wird notwendig sein, um in Zukunft eine angemessene Pflege zu gewährleisten.“

Tempolimit: Der Bundestag diskutiert in einer aktuellen Stunde am 15. Mai  über Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen.

Auf ethicsandglobalpolitics.net: Ein Argument dafür, dass sich politischer Aktivismus auf lokale Belange bescheiden sollte:

„The final outcome is an argument in favor of an overarching duty for any activist-minded Westerner to go local, while developing nations are urged to closely regulate, even criminalize, activities by international activists and ‘human rights organizations’ on their territory when not in solidarity or in support of local movements.“

Die Grünen fordern ein aktives Wahlrecht für Bürger ab 16 Jahre (07.05.)

Auf Wikipedia tobt eine Debatte darüber, ob es richtig war, dass Wikimedia eine Kooperationsvereinbarung mit dem ZDF-Faktencheck eingegangen ist.

Ein Beitrag auf Slate berichtet darüber, wie sich Google immer mehr in die Belange der Regierung einmischt.

Euthanasie bei Neugeborenen: In seltenen Fällen moralisch okay? Auf Telepolis.

Wie solle der Gesetzgeber Roboter behandeln? Neil Richards, Washington University in Saint Louis, und William Smart, Oregon State University, geben Auskunft.

Angelina Jolies Präventiv-Brustamputation: Ein Vorbild für andere Frauen mit hohem Brustkrebs-Risiko? Die NYT hält dagegen.

n+1 bringt eine Sammelrezension zu The Uncertainty of Risk.

Debatte auf immortallife.info: Wird es in 20 oder 50 Jahren sein, den Tod auszumerzen?

Sollte Brüssel in den EU-Mitgliedstaaten intervenieren? Jan-Werner Müller wäre dafür. Auf Eurozine.

Warum gibt es nicht mehr Fortschritte in der Philosophie? fragt sich David Chalmers in einem Talk im Moral Sciences Club der Universität Cambridge.

Wissenschaftler scheinen sich einige zu sein, dass menschenverursachter Klimawandel existiert. Warum glauben ihnen so viele Leute nicht? Im Washington Post Wonkblog.

Abitur nach dem 12. Schuljahr: ein Erfolg? Ein SWR2-Forum mit dem Titel „Umsonst gequält“.

TELI-Wissenschaftsdebatte zum Thema Enhancement: Ritalin für alle?

Die E-Zigarette auf dem Prüfstand: Schädlich für Konsumente und Passivraucher? Auf DRadio.

Viel Lob für einen Vortrag über Bewusstsein (und darüber, dass Bewusstsein sich naturwissenschaftlicher Forschung entzieht) von John Searle auf der Konferenz TedxCern.